Die Story: Vor langer Zeit lebten zwei Brüder und ihre Schwester im Königreich
Fargasta. Die Geschwister vom Eldean-Clan verfügten über magische Fähigkeiten, durch welche sie die Bedrohung für ihr Volk, den dunklen Drachen
Vlag, besiegen konnten. Das Blut, das der dunkle Tyrann in der Schlacht vergoss, verleihte den Geschwistern die Unsterblichkeit.
Nach ihrem Triumph wurden sie als Helden gefeiert - bis einem der Brüder das Schwert
Mardriker in die Hände fiel. Das Schwert wurde aus der Essenz des Drachen Vlag gefertigt, und es ergriff Besitz von der Seele seines Trägers. Der nun zum Bösen übergelaufene Bruder,
Radoria, ernannte sich zum
Immortal Emporer und wütete über das nach langer Zeit wieder friedliche Land.
Der verbliebende Bruder
Estan und seine Schwester
Cirrus bekämpften ihren Bruder bitterlich - doch es gelang ihnen nur ihn zu besiegen, indem sich Cirrus für immer in ein magisches Schwert verwandelte. Nach der finalen Schlacht fehlte von den Geschwistern jede Spur, und die Geschehnisse wurden zur Legende. Doch es besteht weiterhin Gefahr - als sein Ende nahte, erschuf Radoria 7
Power Crystals, in welche er seine Macht konservierte. Sollten die Power Crystals jemals wieder vereint werden, würde der Immortal Emporer zurückkehren, und nichts könnte sich seiner Zerstörungswut entgegenstellen.
100 Jahre nach den Ereignissen der Eldean-Legende wird das Dorf, in dem der Jüngling
Pike mit seiner Familie lebt, von Goblins zerstört. Die Harpie Laia rettet Pike sein Leben und zieht ihn im Harpien-Wald auf. Das einzige was Pike geblieben ist, ist das magische Schwert seines Vaters - Cirrus.
Das Spiel: Albert Odyssey - Legend of Eldean ist Teil der Albert Odyssey-Reihe, welche sich aus zwei, nie außerhalb Japans erschienenen, SRPGs auf dem SNES zusammensetzt. Das Spiel musste dank Working Designs' Übersetzung nicht das Schicksal seiner Vorgänger teilen. Als erstes Spiel der Reihe, welches außerhalb Japans erschien, wurde der Beititel
Gaiden (Nebengeschichte) durch
Legend of Eldean ersetzt.
Darüber hinaus wurde das Spiel ursprünglich als SNES-Titel entwickelt, erschien später jedoch mit geringfügigen Änderungen exklusiv für den Sega Saturn. Die englische Übersetzung ist übrigens erste Sahne, und fast jeder Dialog wartet mit einem Schmunzler auf.
Es spielt sich in keinster Weise wie seine Vorgänger - man wendete sich vom strategielastigem Gameplay ab und kehrt zu den typischen Merkmalen fernöstlicher RPGs zurück. Man könnte es sogar als typisches Beispiel des Genres sehen, denn an Klischees mangelt es nicht.
Das Gameplay hält sich also schlicht - man zieht mit seiner Heldentruppe von Stadt zu Stadt, dazwischen werden einige Dungeons, sowie natürlich die Weltenkartenabschnitte, eingestreut. Die Dungeons sind zwar relativ klein - wegen der zu hoch geratenen Anzahl an Zwischenkämpfen verbringt man jedoch recht viel Zeit damit. Nach den Bosskämpfen bekommt man wieder einen Brocken Story vorgeworfen, bevor es dann zum nächsten Reiseziel weitergeht.
Die Kämpfe sind rundenbasierend - sowohl die eigene als auch die gegnerische Seite besteht aus bis zu 5 Kämpfern, welche sich abwechselnd attackieren. Drei der Helden verfügen neben dem konventionellen Angriff über Zauber. Der ruppige Drachenmann
Kryzz und der eingebildete Vogelmann
Amon haben weder Magiepunkte noch Zauber, können jedoch mit ihren speziellen Fähigkeiten mindestens genausogute Ergebnisse erzielen
Abgesehen von den typischen Tränken und anderen Items, gibt es überhaupt nicht mehr über das Kampfssystem zu berichten. Es sind wirklich nur diese einfachen Elemente - doch der Spielspaß profitiert gerade davon. Es ist verblüffend, wieviel Spaß es macht, seine Angriffstrategie nach einem recht simplen Rezept zu perfektionieren - viel mehr Spaß, als in vielen RPGs mit wesentlich komplexerer Mechanik. Vermutlich ist auch der recht fordernde und doch ausgeglichene Schwierigkeitsgrad dafür mitverantwortlich.
Wie bereits erwähnt, sind die Dungeons recht klein. Es gibt auch kein komplexeres Rätsel als mal hier und da einen Schalter zu betätigen. Auch mangelt es an Variation - Türme, Schlösser und Höhlen scheinen sich in einem immer wiederkehrenden Zyklus zu wiederholen. Oft hat man das Gefühl, eine Stelle bereits gesehen zu haben. Der Aufbau ist, bis auf den letzten Dungeon, jedoch recht simpel, es fällt also meistens nicht schwer, sich die Gänge und Türen einzuprägen.
Die Städte und Gebäude gleichen sich ebenfalls wie ein Ei dem Anderen.
Optisch kann man bei Albert Odyssey geteilter Meinung sein. Zum einen war die, gänzlich zweidimensional gehaltene Optik, 1996 bereits nicht mehr zeitgemäß. Dies liegt wohl überwiegend daran, dass die Grafik für das SNES entworfen wurde.
Zum Anderen werden eben gerade Liebhaber dieser einst zweckmäßigen Optik Legend of Eldean zu schätzen wissen. Große und detailreiche Charaktergrafiken, welche einen hohen Wiedererkennungswert und gute Animationen aufweisen. Die isometrisch betrachtete Umgebung ist recht detailreich gestaltet - wenn auch die Monotomie in den Städten und Dungeons das Gesamtbild verschlechtert. Nichtsdestotrotz muss sich Al's Grafik vor vergleichbaren Titel seiner Zeit, wie Suikoden oder Wild Arms, aber nicht verstecken... ganz im Gegenteil.
Die Gegner sind recht nett anzusehen, die Zaubereffekte sind eher unspektakulär und altbacken. Faszinierend jedoch ist die verblüffend hohe Anzahl an Hintergrundgrafiken für die Kämpfe. Man hat sich wirklich bemüht, hier einen guten Übergang zwischen der tatsächlichen Umgebung und den Kampfszenen zu schaffen. Steht man beispielsweise in der Weltkarte auf einer Brücke oder nahe einer Klippe, sind diese auch im Kampf zu sehen. Es geht sogar so weit, dass die dahinterliegende Landschaft bedacht wurde.
Rundum hätte das Spiel wohl auf dem SNES absolut spektakulär ausgesehen. Für eine 32-bit Konsole ist sie definitiv etwas zu angestaubt. Die Weltkarte erinnert optisch stark an Mode7-Effekte auf dem 16-bitter. Ledeglich Vehikel wie Schiffe sind polygonal gerendert.
Die Hintergrundmusik besteht zum Teil aus hochqualitativen, in Echtzeit vom Saturn-Sequencer abgespielten Stücken, als auch einige Yellow Book-Tracks (die in den meisten handelsüblichen CD-Spielern abgespielt werden können). Wirklich Spektakuläres gibt es zwar nicht, einige Stücke wissen jedoch durchaus zu gefallen, passen gut zum restlichen Ambiente und an Abwechslung mangelt es auch nicht. Musikalisch ist das Spiel also durchaus gelungen.
Soundeffekte gibt es außerhalb der Kämpfe nur wenige. Türen knarren beim öffnen, hier und da mal ein dämonisches Lachen... auf dem Schlachtfeld jedoch gibt es zahlreiche kleine Sprachschnipsel, und jedes Monster hat ein paar Grunzer im petto.
Meine Meinung: Noch relevanter als die Spielmechanik selbst finde ich ist jedoch der Eindruck den sie beim Spieler hinterlässt. In Legend of Eldean finden sich jede Menge Klischees - ein magisches Schwert, Drachen, ein böser Herrscher auf der Suche nach der ultimativen Waffe, sowie unzählige weitere. Diese Markenzeichen der 16-bit Generation von RPGs, zusammen mit der nostalgischen Grafik, Musikuntermahlung und Spielmechanik, wecken die Erinnerung an die vergangenen Zeiten.
Die Story klingt zu Beginn vielversprechend, und es mangelt auch wärend des Spiels nicht an Erklärungen. Doch wirklich "Neues" gibt es erst ab der zweiten Spielhälfte... doch bei mir hat das nicht gereicht, um den Hunger nach Abenteuer wirklich zu stillen. Auch ein paar Nebenmission hätten sicher nicht geschadet - ein erfahrener Spieler braucht schätzungsweise 25 Stunden um das Spiel durchzuspielen.
In Albert Odyssey - Legend of Eldean finden sich viele Dinge, auf die man heute nur noch selten in RPGs stößt. Und das obwohl sie früher recht zahlreich vertreten waren. Wer sich nach diesen Dingen so sehnt wie ich, sollte sich das Spiel auf jeden Fall mal ansehen. Mir hat es wirklich gut gefallen, der aktuellen Spielergeneration hat es aber wohl nur wenig zu bieten.
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Grafik:
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77%
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Sound:
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82%
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Spielspaß:
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86%
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Gesamt:
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83%
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Pro:
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Nostalgisches Spielgefühl, ausgewogener Schwierigkeitsgrad, nette Story und witzige Übersetzung
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Contra:
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Altbackene Optik, etwas monoton
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Fazit:
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Solides RPG, das mit Altbewährtem zu fesseln weiß.
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